Waldfestival '99

Auch dieses Jahr findet wieder das Hockenheimer Waldfestival statt.
Am 27./28. August werden an zwei Tagen sieben Bands "fer umme" den Wald erschallen lassen.
Damit das auch wieder alles so gut funktioniert, werden noch Helfer gesucht!
Infos unter 0 62 05 / 1 63 77 (Thomas Dräger).

Wer sich ein Bild von dem Kult des Festivals machen will, sollte einen Blick in "Das Tagebuch des Waldfestivals" riskieren...



Donnertag

18 Uhr Zeltaufbau

Wegen des eher schlechten Wetters muß ein Zusatzzelt aufgebaut werden. Erster Schweiß fürs Festival.


20 Uhr Helfereinteilung

Da waren wir auch schon mal mehr Leute. Erste pessimistisch Stimmen vermuten den Helfer-Gau. Die erwartete Jungendfraktion verabschiedet sich nach Baden-Baden, hoffentlich habt ihr da die Bühne gesehen.


Freitag

7 Uhr (früh!)

Aufstehen, fertigmachen, alte Klamotten raus suchen - werden eh am Abend pottdreckig sein.


8 Uhr

Die ersten verschlafenen Gestalten treffen sich am Alten Fahrerlager. Wer macht was? Wann kommt die P.A.? Schaffen wir den Aufbau bevor die erste Gruppe spielen will? Lauter Fragen und sooooo viel Arbeit. Rein in den LKW Bauzaun holen (schwere Betonfüße schleppen); Seitenplanen am Fahrerlager anbringen (weiß wer wie das geht?); Bänke aus dem Verkaufsraum räumen (das nimmt kein Ende); Chilli kochen, vorher Berge von Paprika und Zwiebeln schneiden (hat wer an die Messer gedacht?); wie gehn die Schlösser am Tor auf?; wo sollen die Stromkästen hin? - nur ein kleiner Auszug aus einer fast endlosen Liste.


12 Uhr

Mittagessen = Brötchen und Wurst, auch die Dame hinter der Theke fährt nach Baden-Baden.

Die P.A. ist da. LKW entladen und Bühne aufbauen. Das Chilli nimmt langsam Gestalt an. Wer weiß wie das Zelt hinter der Bühne aufgebaut wird? - Keiner.


17 Uhr

Chilli kocht, Bühne steht, Musiker kommen. Aber kein Schlagzeug, das steht noch in Schifferstadt.

Wie geht das Licht im Klo an? Telefonieren, nach Lösungen suchen, nebenbei auf das Schlagzeug warten. Die ersten Besucher kommen, natürlich mit Bierdosen. Freundliche Hinweise über den Zusammenhang zwischen kostenlosem Eintritt und der Finanzierung über Getränke und Essen werden meist freundlich entgegengenommen.


18.30 Uhr

Schlagzeug da. Mittlerweile sind ca. 50 Leute da. Der Rest wird wohl in Baden-Baden sein. Neben der Angst vor den finanziellen Aus mangels Umsatz erste Freude über die tollen Steaks. Dann fangen die Protozoans zu spielen an.


20 Uhr

Allying Cry wartet darauf auf die Bühne zu kommen. Noch immer kaum Zuschauer aber die Helfereinteilung funktioniert, alle Stände sind besetzt.


21 Uhr

Verzögerungen im Kuhlenkampf-Ausmaß aber die Hütte füllt sich. Erstes Aufatmen. Trotz des knappen Raumes hinter der Bühne klappt das Ab- und Aufbauen der Instrumente ganz gut, letztendlich fehlt nach zwei Tagen ein Gitarrenständer.


23 Uhr

Es wird empfindlich kalt. Hoffentlich frieren die in Baden-Baden auch. Die zehn Leute von Sonic Circus kommen. Mittlerweile ist das Versorgen der Musiker mit Getränken und die Vergabe der Essenbons schon Routine und alle sind mehr oder weniger zufrieden.


1 Uhr

Die Menge tanzt.


3 Uhr

Die letzte Gruppe hat die Bühne verlassen. Einige desorientierte Festivalbesucher belagern noch immer besonders den Bierwagen. Unerfreulicherweise mußte der Krankenwagen kommen. Es muß wohl immer ein paar Idioten geben, die sich stark machen müssen. Ansonsten bleibt ein positives Gefühl über den Gelungenen Wechsel einer Samstag-Sonntag-Veranstaltung, wie es das Waldfestival 20 Jahre lang war, zum Freitag, der von den Besucher gut angenommen wurde.


5 Uhr ich sehe mein Bett und denke mitleidig an die Nachtwache


6.30 Uhr

Kai von der Nachtwache lernt, wie man bei einem Ramsch ganz schnell unglaublich viel Minuspunkte machen kann. Mittlerweile ist schon viel Dreck weggemacht und aufgeräumt worden. Tolle Mitarbeit von allen Helfern.


Der Samstag

12 Uhr

Gut ausgeruht blicke ich in die nicht gut ausgeruhten Augen der Nachtwächler. Das Ate Fahrerlager sieht wie frisch geleckt aus. Einige Kaffees wechseln auf die andere Thekenseite. Der Getränkehändler macht das Kühlhaus wieder voll.


13 Uhr

Die erste Gruppe kommt. Das es erst ab 17 Uhr richtig losgeht gibts kein Essen und keine P.A. für Lord Chesterfield. Die haben aber ein Schlagzeug dabei.


16 Uhr

Die Zeit ging schnell rum. Auch die Helfer für die erste Schicht sind fast komplett, somit geht der Verkauf schon etwas früher los.


18 Uhr

Das Schlagzeug ist zwar da, aber heute fehlt der Schlagzeuger. Gerade rechtzeitig erblickt der Verschlafenen das Bühnenlicht und der zweite Festivaltag beginnt ziemlich planmäßig. Wieder sin nur wenig Leute zur ersten Gruppe gekommen, eigentlich schade, sind doch dieses Jahr die Opener richtig gut gewesen (wir hatten da schon andere Qualitäten auf der Bühne).


19 Uhr

Die Silent Faces kommen und machen ihrem Namen alle Ehre. Beim 4 Auftritt in zwei Tagen und ca. 1000 Kilometer Fahrt dazwischen sehen die vier aus wie die Nachtwache bei der Ablösung. Beim wirklich tollen Auftritt später merkt davon keiner etwas. Nur kurz später kommen auch die ersten Musiker von Knutschleck, stielgerecht mit Halstuch, und es wird richtig eng hinter der Bühne.


21 Uhr

Der Zeitplan ist wieder Makulatur. Vor der Bühne ist es richtig voll, was die Macher des Festes zu zartem Optimismus verleitet.


23 Uhr

Wer hat den Schlüssel fürs Wechselgeld? Alle haben gut zu tun, der Umsatz läuft gut an, vor allem ist die Stimmung im Publikum und bei den vielen Helfern und Freundes des Waldfestivals richtig gut. Dann kommen Knutschfleck auf die Bühne und die Feier kommt so richtig in Fahrt. Viel kann jetzt nicht mehr schiefgehen, nur der Abbau des Festes hängt nun wie das Schwert des Damokles über den Häuptern der Helfer.


24 Uhr

Das lichtscheue Gesindel von Lightshy erweist sich als sehr symatische Truppe und möcht auch trotz des Bandnamens nicht auf Bühnenbeleuchtung verzichten. Die Silent Faces haben auch noch ihren Spaß auf dem Festival, das Publikum tanzt und lacht, die Helfer auch, alles ist gut, was ist eigentlich in Baden-Baden?

1 Uhr


Das eingeheizte Publikum nimmt den Wechsel von Party-Musik zum Latin ohne Probleme und tantzt gutgelaunt weiter.


2 Uhr

Es ist wieder bitter kalt, wer hat eigentlich behauptet, im August wäre Hochsommer? Lightshy spielt immer noch und die gute Laune auf der Bühne ist ansteckend. Natürlich gehen langsam viele nach Hause, aber alle tun das im Rhythmus der Musik.


3 Uhr

Die Live-Musik ist aus, jetzt fängt die Arbeit an: Aufräumen, aufräumen, aufräumen.


6 Uhr

Bett.


Sonntag

10.30 Uhr

Es ist ein Wunder, wie munter manche nach knapp 3 Tagen fast ohne Schlaf noch sein können. Rechtzeitig zum Formel-1 Lauf ist die Arbeit geschafft. Tausend Dank an alle die geholfen haben.

Waldfestval '98 das waren ein paar blöde Sachen, tausend schöne Sachen, viel Musik, viel Arbeit auch im Vorfeld, ein Berg schmutziger Klamotten. Nur die Frage nach den Finanzen ist noch spannend.


Montag

Um ca. 10 Uhr kommt der erlösende Anruf des Kassenchefs, nach einem groben Kassensturz sieht er keinen Verlust in der Kasse des I.K. Hockenheimer Waldfestivals e.V., und daß nach einigen Zweifeln und einigen Zweiflern und einigen Neuerungen. Was bleibt ist ein leichtes Ziehen in den immer noch müden Beinen und jede Menge Respekt für alle, die das Festival all die Jahre am Leben erhalten haben....






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