NUTS: November 2001  
















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SERIE: B WIE BRAUMEISTER markus&volker: 2001-08-15

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Im Rahmen unserer kleinen Serie sind wir wieder auf die Suche nach interessanten Berufen gegangen und haben an die Tür von der Brauerei Weldebräu in Plankstadt geklopft, wo uns Hr. Wandinger Rede und Antwort gestanden hat. Und hier ist wie versprochen der Buchstabe B ...


wie Braumeister
Wir waren zu Gast bei der Brauerei Weldebräu in Plankstadt. Gesprächspartner war hier Hr. Wandinger; der die Position als Betriebsleiter vertritt.

!MARCS:
Was ist die politisch korrekte Bezeichnung für ihren Beruf?
Herr Wandinger:
Diplom Braumeister
!MARCS:
Was sind ihre Aufgaben?
Herr Wandinger:
Sagen wir das einmal so: jederzeit ausreichend Produkte zu kostengünstigen Preisen herzustellen.
!MARCS:
Was gefällt ihnen an ihrem Beruf?
Herr Wandinger:
Das Gehalt; nein,... Spaß beiseite; mir wird nie langweilig; es kommen tagtäglich Probleme auf mich zu, die ich dann lösen muss; und wenn ich ein paar Schwierige gelöst habe, dann steigt mein Ego doch schon ein bischen und ich weiß wieder, warum ich so lange gelernt habe.
!MARCS:
Wie sind sie zu diesem Beruf gekommen?
Herr Wandinger:
Ich bin erblich vorbelastet. Ich bin mit diesem Beruf aufgewachsen bzw. ich bin 'reingewachsen in diesen Beruf.
!MARCS:
Wie lange üben sie schon ihren Beruf aus?
Herr Wandinger:
Das sind jetzt doch schon 37 Jahre; wobei man sagen muss, dass meine Ausbildung insg. 6 Jahre gedauert hat.
!MARCS:
Wie würden sie kurz und prägnant ihren Berfusalltag beschreiben?
Herr Wandinger:
Alltag in dem Sinne gibt es nicht. Jeden Tag kommen neue Probleme auf mich zu, die ich dann lösen muss
!MARCS:
Wie sind ihre Arbeitszeiten?
Herr Wandinger:
Die Arbeitszeiten sind variabel; das heißt aber nicht, dass ich gehen kann, wann ich will. Ich komme alle 2 Wochen morgens um 5 Uhr ins Geschäft und bleibe dann so lange, bis die Arbeit erledigt ist.
!MARCS:
Was sind ihre Aufstiegschancen?
Herr Wandinger:
In dieser Firma gibt es keine Aufstiegschance für mich; ich bin ja schon Betriebsleiter.
!MARCS:
Ist das ihr Traumberuf gewesen und ist er das immernoch?
Herr Wandinger:
Ich habe eigentlich keinen Traumberuf. Ich bin in diesen Beruf ja 'reingewachsen und mir hat es schon damals imponiert, als mein Großvater die Arbeiter angeschriehen hat, dass sie schneller arbeiten sollen. Schon das wollte ich früher einnmal machen; und jetzt bin ich in seine Fußstapfen getreten.
!MARCS:
Was würden sie an ihrem Beruf ändern, wenn sie dazu in der Lage wären?
Herr Wandinger:
Ich würde die Ausbildung, bzw. den Ausbildungsweg verändern. Als ich studiert habe, war das Kaufmännische nur Nebensache und die Brauerei stand im Vordergrund. Heutzutage kann jemand ohne kaufmännische Bildung kaum auf dem Markt bestehen und demensprechend sollte der "Nachwuchs" auch geschult werden.

Was mir noch am Herzen liegt ist folgendes:
Die Ausbildungswege werden nicht genau genug dem interessiertem Publikum offengelegt. Es geschieht viel zu oft, dass sich Bewerber über das Internet Info's über diesen Berufszweig einholen, diese aber dann doch nicht verwerten können. Es gibt insg. 3 verschiedene Wege diese Ausbildung zu machen:
- Bei einem Hauptschulabschluss hat man die Möglichkeit sich über den Gesellen sich für die Braumeisterschule zu qualifizieren.
- Nach einer Lehre kann man ein Studium antreten und danach sein Diplom Braumeister, oder Diplom Ingenieur machen (Vorraussetzung dafür ist u.a. ein Praktika von 26 Wochen)
- Mit Abitur kann man gleich ein Studium beginnen.
Insgesamt gibt es in Deutschland 8 Berufschulen (der Unterricht beinhaltet dann Blockunterricht und Blockarbeit), 3 Meisterschulen (Berlin/München/Ulm an der Donau) und zwei Universitäten (Berlin und Wein-Stephan).
Bei den Studiengänge muss man dazusagen, dass es jetzt inzwischen europäische Studiengänge sind, die hauptsächlich in Englisch abgehalten werden. Und wer diesen Berufszweig jetzt nicht spezifisch beschreiten will, der studiert in Hohnheim Getränketechnologie und kann sie dann bei Interesse auf die Fachrichtung Brauwesen einschlagen.
Und hier sind noch ein paar Bilderchen von unserer Führung, die Hr. Wandinger höchstpersönlich mit uns gemacht hat:

Das hier sind die alten Lagerstättten dieses herrlichen Gebräus, die jetzt hauptsächlich noch zu Präsentationszwecken (wie z.B. bei Führungen) verwendet werden. Hier kann man auch seinen Zwickel-Meister-Schein machen. Ein Zwickel-Meister muss sein Bier selbst aus einem wie ein Schweineschwanz gedrehten Hahn zapfen können. Bei 0,0 Promille kein Problem; später schon.
Und diese blitzblanken Metallbuliden beherbergen nun diese Mischung zwischen Hefe, Gerste und ein paar anderen Zusätzen.
Hier wird das Bier gereinigt.
Dieser Behälter ist der zentrale Nerv; hier werden die Hefekulturen gezüchtet.
Das hier ist das fertige Resultat. Nun ist das Bier bereit für die große Reise zu den Getränkemärkten und Wirtschaften.
Hier können die Gäste sich es richtig gutgehen lassen und sich das Bier direkt von der Quelle holen. In diesem Ambiente veranstaltet "Weldebräu" im Sommer immer ein kleines Fest und stellt bei dieser Gelegenheit die neuen Biersorten vor.
Für alle Führung-Teilnehmer geht es dann zum Schluß in diesem Raum. Mit einem herrlichen Ausblick in dieser doch rustikalen Bar können sich dann die Gäste noch einen schönen Abend machen. Man kann diesen Raum natürlich auch für private Zwecke mieten.
Und hier ist die Quelle des Saftes (sowohl mit als auch ohne Alkohol).


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