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KURZGESCHICHTE: EINE PARABEL (WDH) |
alex: 2001-07-04 |
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Herr X., ein ganz gewöhnlicher Mann, unscheinbarer Natur, höflich und korrekt, läuft auf der Straße und sieht ein Wollknäuel...
Das Wollknäuel
Herr X., ein ganz gewöhnlicher Mann, unscheinbarer Natur, höflich und korrekt, läuft auf der Straße und sieht ein Wollknäuel. Er will gerade, wie er es in seiner Kindheit oft getan hat, wie einen Ball wegstoßen. Da erwacht das Knäuel zu Leben, bindet sich um Herrn X´. Füße und fragt ihn: "Warum wolltest Du mich gerade wegstoßen; habe ich dir irgend etwas getan?"
Herr X., erstaunt über die plötzliche Veränderung des Wollknäuels, antwortet: "Du warst in meinem Weg. Ich konnte ja nicht ahnen, daß du lebst und mich fesseln würdest, wenn ich dich trete."
"Du meinst ich hätte dir im Weg gelegen? Du warst doch derjenige, der mir die Sicht verstellt hat. Und überhaupt, konntest Du nicht einfach um mich herumgehen?"
"Ich sagte dir bereits, daß ich dich für ein gewöhnliches Knäuel gehalten habe, und dich deshalb wegstoßen wollte. Was ist Schlimmes daran?"
Das Wollknäuel antwortete nicht, sondern band sich vollkommen um Herrn X´. Körper, verschlang ihn regelrecht und rollte dann davon.
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