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GEDANKEN: SCHON 13-JäHRIGER BEGEHT SUIZID |
kirschi: 2003-01-21 |
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Was treibt bloss einen 13-Jährigen dazu, Selbstmord zu begehen? Im steirischen Admont hat sich zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres ein Schüler das Leben genommen. Im Herbst beging eine 11-Jährige mit der Dienstwaffe ihres Vaters Suizid - Doch unsere Politik will einfach nicht darauf reagieren.
Im steirischen Stiftsgymnasium in Admont hat sich innerhalb eines halben Jahres ein zweiter Selbstmord zugetragen. Ein erst dreizehnjähriger Schüler stürzte sich kopfvoraus aus dem WC-Fenster im dritten Stock des Schulgebäudes und war sofort tot. Zuvor benachrichtigte der Schüler noch seine Eltern per SMS von seiner Suizidabsicht.
Der 13-jährige Bub, der sich Anfang dieser Woche aus dem dritten Stock des Admonter Stiftsgymnasium in den Tod stürzte, soll laut seinen Mitschülern und Lehrern keine Selbstmordabsichten geäußert haben. Er hatte jedoch ein längst noch nicht abzugebendes Buch in der Schulbibliothek retourniert sowie ein ausgeborgtes Buch in der letzten Stunde fertig gelesen, um es einem seiner Kameraden zurückzugeben. Ebenso behaupteten die Lehrer des Buben, dass er schulisch keine ernstzunehmenden Schwierigkeiten zu bewältigen hatte. Doch ist das nicht nur eine Schutzbehauptung der Schule, um möglichst die Schuld ? die sich vor allem wegen des Selbstmordes eines 17-Jährigen, der die Matura nicht bestanden hatte, aufzwingt ? von sich zu weisen?
"Überprüfen, nicht rausprüfen sollte das Motto sein. Der Prüfungssadismus muss ausgehoben werden!", meinte der Psychologe Max Friedrich in einem Zeitungsinterview nach der Tat. Der Leistungsdruck muss genommen werden, gruppenorienteirte Lösungen sollten in einer Reform erarbeitet werden. "Ein Geografielehrer darf nicht glauben, dass Geogreafie das Wichtigste ist.", konkretisiert Frisch seine Lösungsvorschläge.
"Das aktive Gespräch jedoch", so der Experte, "muss gesucht werden." Eine andere Möglichkeit oder gar eine Selbstrettung vor dem Suizid sei nicht möglich. Auch auf die Anzeichen sollte vermehrt geachtet werden: Antriebslosigkeit, Fallenlassen von Hobbies und der Glaube, das Leben mache keinen Sinn, müssen einfach stärker beachtet werden.
Dass diese Maßnahmen notwendig sind, haben nicht nur die beiden Vorfälle am Admonter Stiftsgymnasium gezeigt. Ich darf erinnern, dass sich im Herbst letzten Jahres ein 11-Jähriges Mädchen in Pirka bei Graz das Leben genommen hat. Es sieht jedoch so aus, als hätte die Politik absolut nichts daraus gelernt, nicht einmal die längst notwendigen Schlüsse wurden gezogen. "Früher haben sich auch Selbstmorde ereignet. Die Zahl hat nicht zugenommen", heißt es bereits jetzt vom zuständigen Untersuchungsausschuss. Wie beim Amoklauf im deutschen Erfurt, beim Suizid des 17-Jährigen Maturanden und dem tragischen Selbstmord der Elfjährigen wird auch diesmal alles im Tagesgeschehen versinken. Leider!
Selbstmord ist kein Ausweg! Solltet ihr Mordgedanken haben, dann sucht nach einem Gespräch, es gibt Lösungen. Doch sich das Leben zu nehmen macht die Sache für deine Hinterbliebenen unerträglich und du verlierst dein Leben. Das ist es nicht wert!
Gastartikel von unserem Partnermagazin "net-thinkers" www.net-thinkers.de
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