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GEDANKEN: HERZ - BOOM BOOM |
ljuba: 2005-09-27 |
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XXL-Version
Ich zähle die Sekunden zwischen seinen Atemzügen. Zähle die Atemzüge selbst.
Zähle so lange, bis ich nicht mehr kann, weil ich vor Lachen platze. Mit meinem eiskalten Zeigefinger male ich Fragezeichen auf seine Brust, Ausrufezeichen auf seinen Rücken, pflanze ganz viele Punkte auf seine Nase und besetze seine Wangen mit Kommas.
Ich könnte ihm stundenlang von gestern oder heute erzählen, aber mein Mund bleibt zu. Allein die Tatsache, dass ich es 'könnte' stellt mich zufrieden. So einfach ist das. So einfach ist das jetzt im Moment. Solche Momente muss man auskosten, bis zum letzten Tropfen. Und dann am besten gleich nachtanken. In solchen Momenten würde nur ein Wort genügen und ich würde mein komplettes Ich über Bord werfen. Wer hätte das gedacht? Wer?
Dann wollen auf einmal drei kleine Worte nach draußen. Irgendwo in der Ferse bilden sich kleine Ansätze. Es fängt an zu kribbeln und zu kitzeln. Sie fangen an, sich einen Weg nach draußen zu suchen. Durch die Waden, die Knie, die auf einmal ganz puddingartig werden. Durch die Oberschenkel, rauf in den Bauch, wo auf einmal das Schießpulver und tausende Feuerwerke losgehen. Dann rauf in die Kehle. Wie ein Wasserfall wollen die Worte aus mir rausbrechen. Mühevoll schluck ich sie runter, weil es doch irgendwie unpassend ist. Also bleiben sie vorerst ungesagt. Aber allein zu wissen, dass sie da irgendwo zwischen Ferse und Knie auf ihren Auftritt warten, macht mich zum glücklichsten Menschen.
In dieser Sekunde jedenfalls.
Ich glaube mein Herz hat die Höhenangst überwunden und ist bereit eine Stufe höher zu klettern.
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