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!MARCS young electronic magazine AUSGABE: Juni 2000 Rubrik: JAM SERIE: IN MY EYES Kosovo nach dem Krieg - Frieden? Eigentlich wollte ich eine Reportage über den Kosovo Krieg schreiben, zum Thema: Herrscht jetzt, nach dem offiziellen Ende des Krieges, Frieden? Wer kümmert sich um die Vertriebenen, die Rückkehrer, die Zerstörung und all die schlimmen psychischen, physischen und materiellen Schäden, die dieser Krieg angerichtet hat? Kosovo nach dem Krieg - Frieden? Eigentlich wollte ich eine Reportage über den Kosovo Krieg schreiben, zum Thema:
Herrscht jetzt, nach dem offiziellen Ende des Krieges, Frieden? Wer kümmert sich um die
Vertriebenen, die Rückkehrer, die Zerstörung und all die schlimmen psychischen,
physischen und materiellen Schäden, die dieser Krieg angerichtet hat? Um einen Anfang zu finden, habe ich einen Bericht von Elmar Altvater,
Politikwissenschaftler der Freien Universität Berlin, mit dem Titel: "Nach dem
Balkan- Krieg: Eine neue Weltordnung, so anders als 1989 erdacht und so weit weg
vom Weltbürgertum" als Grundlage für meine Reportage genommen. Ich möchte daraus
einige Stellen zitieren und kommentieren: Vielleicht verstehen wir Außenstehenden nicht wirklich, welche Gründe die
NATO zu diesem Krieg bewegt haben, aber als Hauptargument habe ich immer
nur den Begriff "Ethnische Säuberungen der Serben" gehört und mich damit
als Grund (leider) zufrieden gegeben. Wenn die Regierungen das sagen, wird es schon irgendwie
stimmen. Wahrscheinlich waren auch die meisten Europäer und Amerikaner
mit dieser flachen Antwort zufrieden. (Besonders interessant fand ich, dass immer wenn US-
Präsident Clinton sich bezüglich dieses Krieges an sein Volk wandte, Karten
eingeblendet wurden, die erklären, wo sich Kosovo befindet. Falls sich
jetzt bestimmte Leute auf die Füße getreten fühlen: Wer nicht einmal weiß, wo
ein Krieg stattfindet, der kann mir nicht erklären, das er die politischen
Hintergründe verstanden hat. Damit meine ich übrigens keinesfalls nur die
Amerikaner, sondern jedes Land, das mit bunten Kärtchen seine Bürger bildet. Mein
Tip: Mehr Geld in Bildung, als in Kriege investieren). Aber auch ohne die wirklichen Gründe zu kennen, sind wir intelligent genug zu verstehen, dass die NATO - Staaten damit gegen ihre eigenen Gesetzeverstossen haben. Da ich keine Politikerin bin, möchte ich mir nicht anmaßen zu behaupten, ich würde die politische Motivation, die diesen Krieg rechtfertigt, kennen und verstehen, aber
als Mensch, der in einer Demokratie aufgewachsen ist, darf ich mir ein Urteil
über das, was ich gesehen habe erlauben. Und das ist die Tatsache, dass hier
weder eine Verteidigung, noch ein wirklich gerechtfertigter Angriff vorlag. Mir
ist klar, dass es eine Menge Leute gibt, die jetzt sagen würden: " Natürlich gab
es Gründe und die kann ich auch erklären", aber ich bin mir sicher, dass man den
nichtigsten Grund zum eigentlichen Argument verdrehen kann, wenn man es sich nur
lange genug einredet. Auch sehr interessant fand ich den folgenden Denkanstoß: Zu diesem Punkt habe ich aus der hohen Politik nicht viel gehört,
aber mal ganz ehrlich, es ist doch wahrscheinlich. Wer bleibt denn freiwillig in
einem Gebiet, das Tag für Tag von NATO- Bombern überflogen und angegriffen wird?
Meiner Meinung nach ist eine solche Flucht menschlich und weder von Politik,
noch Kultur, noch Religion abhängig. Der Bericht geht folgendermaßen weiter: Ich denke diese Aussage muss nicht weiter kommentiert werden. Jetzt folgt meines Erachtens einer der interessantesten Abschnitte, der auch am besten
charakterisiert, was ich ständig im Fernsehen gesehen habe: An dieser Stelle möchte ich bereits mit dem Ende beginnen, obwohl noch unzählige Fragen offen sind
und zwar aus folgenden Gründen: Dieses Thema ist viel zu komplex und zu kompliziert, um hier
alle Fakten anzuführen und zu diskutieren. Mir ist wichtig, mit dieser Reportage die Leser
darauf aufmerksam zu machen, dass es nicht nur schwarz und weiss gibt. Das Herr Altvater ein
Kriegsgegner ist wird deutlich, doch ich stimme nicht mit allen Standpunkten in seinem Artikel
überein. Aber ebensowenig stimme ich mit der Politik der NATO überein. Ich bin mir sicher,
dass dieser Krieg mit größeren diplomatischen Bemühungen verhindert werden
hätte können. Ein Krieg sollte immer die letzte Möglichkeit sein und das war er in diesem Fall nicht. Hinzukommt die erschütternde Bilanz der NATO-Angriffe, die meines Erachtens nicht
besonders effektiv waren und oft Zivilisten getroffen haben. Alles in allem hätten uns die Bilder
der überfüllten Flüchtlingslager erspart werden können, hätte es ein größeres Durchhaltevermögen und mehr Engagement in den Verhandlungen gegeben.
Und wie sieht es jetzt aus, im Kosovo, oder besser im ganzen ehemaligen Jugoslawien?
Die meisten Flüchtlinge sind wieder zurück, stehen vor den Trümmern eines tragischen
Krieges, betrauern die Toten, die sinnlos gestorben sind und machen sich auf, ihre Häuser und
Wohnungen wieder neu aufzubauen. Viele werden noch Jahre damit beschäftigt sein, vorallem die Kinder, die grausamen Erlebnisse zu verarbeiten. Obwohl die KFOR den Frieden sichern soll, gab es seit
die KFOR Truppen im Kosovo sind 286 Ermordungen. Auf der Seite www.refugees.net/kosovo kann sich jeder sein eigenes Bild über die Lage im Kosovo verschaffen und auch der Bericht von Elmar Altvater ist vollständig nach zu lesen. Nadja Autor: Nadja Erstellt am: 2000-06-14 |