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!MARCS young electronic magazine AUSGABE: Juli 2001 Rubrik: SCENE REPORTAGE: LESUNG: BENJAMIN VON STUCKRAD-BARRE (Wdh) Der Popliterat zu Besuch in Mannheim. Wer eine olle verstaubte Veranstaltung erwartete, der wurde auf jeden Fall entäuscht...
Ein wahnsinniges Gedränge vor dem Atlantis-Kino in Manheim. Es ist erst 18:35 Uhr, Einlaß ist erst ab 19:00 Uhr. An der Tür ein Schild, dass besagt das die Lesuntg von Benjamin von Stuckrad-Barre total ausverkauft ist, und man sich nur mit Kartenreservierung überhaupt noch eine Hoffnung machen darf reinzukommen. Ein angetrunkener Mannheim kommt mit seiner Frau am Kino vorbei:" Was lääft denn do heit, dass do so voll is ?". Treffender hätte ich das auch nicht fragen können. Relativ pünktlich, kurz nach 20:00 Uhr beginnt der "Popliterat" mit seinem Programm. Zur Einstimmung gibt es eine Soundcollage und Herr Barre füllte die Bühne mit Obst, Keksen und anderen Leckereien. Die eigentliche Lesung begint mit einem Text aus dem neuen Buch Blackbox. Aber anstatt sofort den nächsten Text anzuhängen, wollte der Autor lieber ein Ost-West-Quiz veranstalten. Ziel dieses Spiels war es anhand von Fotos herauszufinden welche Personen aus dem Osten und welche aus dem Westen stammen. Die Lösung konnte man dann per SMS direkt zu Benjamin von Stuckrad-Barre auf die Bühne schicken. Nach dieser kurweiligen Unterbrechung folgte ein Gastspiel von Dr.Eckhart Nickel aus Heidelberg. Dr. Nickel las seinen Text "Niederlage auf der ganzen Linie". Es folgte ein bisher unveröffentlichter Text von Herrn Stuckrad-Barre. Während den Textparts wurden von der Technik Dias an die Kinoleinwand hinter dem Autoren projeziert; jedoch hatte die Technik einige Probleme und Herr Barre mußte das Puplikum und sich sebst mit einer Runde Freigetränke beruhigen. Ein weiterer Text aus "Blackbox" folgte, dann Pause; es waren schon fast 1 ½ Stunden vergangen. Kaum wieder auf der Bühne sorgte Herr Benjamin von Stuckard-Barre gleich wieder für Getränkenachschub. Spätestens nach dem nächsten Text war klar, dass dies nicht ein Lesung im herkönnlichen Sinn ist, sondern eher ein Pop-Konzert mit Texten und Comedy Einlagen. Der Autor rief live auf der Bühne den Freund eines Mädchens aus dem Publikum an und fragte ihn ob er sich mit ihm am Ufer des Neckar duellieren wolle. Er rief ebenfalls einen Journalist aus München an und unterbreitete ihm die Vorschläge des Publikums bezüglich eines anstehenden Harald Schmidt Interviews. Am Schluß gab es noch eine Persiflage auf Helmut Berger und Alfred Biolek, vorgetragen zusammen mit Dr.Nickel. Als "Zugabe", wenn man von so etwas bei einer Lesung überhaupt sprechen kann, gab es nocheinmal einen Text aus Blackbox. Tobender Applaus. Autor ab. Kommt wieder, signiert ein paar Bücher, das wars. Ein absolout unterhaltsamer Abend war zu Ende, und entäuscht waren wohl nur die, die keine Karten bekommen hatten. Doch Benjamin von Stuckrad-Barre setzt seine Tour durch Lande fort: Oder man kauft sich einfach seine Bücher: - Soloalbum ( 246 Seiten, KiWi 514 ) - Livealbum ( 254 Seiten, KiWi 546 ) - Remix ( 335 Seiten, KiWi 547 ) - Blackbox ( 348 Seiten, KiWi 600 ) Oder seine CD`s: - Liverecordings ( Hörverlag ) - Bootleg ( Zomba ) Autor: Rolf Erstellt am: 2000-10-27 |