!MARCS young electronic magazine
AUSGABE: März 2004


Rubrik: JAM

MUSIKTIPP: Dropkick Murpys & Real McKenzies

"Punkrock meets Dudelsack", irischer und schottischer Folk trifft auf Punk. So etwa lässt sich die Musik der Dropkick Murphys und der Real McKenzies am ehesten beschreiben. Ihre neusten Platten stelle ich euch hier vor.


Was passiert wenn junge amerikanische Punkbands mit schottischen Wurzeln sich auf die Traditionen ihrer Vorfahren einlassen? Richtig, eine energiegeladene Mischung aus Streetpunk und traditioneller Musik. Dudelsack trifft E-Gitarre, keltische Melodien gepaart mit der Energie des Punk. Diese Musik ist bestens geeignet, Stimmung in eine Party zu bringen. Zwei der bekanntesten Bands sind die Dropkick Murphys und die Real McKenzies. Ihre neusten Studioplatten stelle ich euch jetzt vor.

Auch auf ihren neuen CD "Blackout" bleiben sich die Dropkick Murphys treu. Auf "Blackout" spielen sie ihre zwischen zwischen Working-Class-Punkrock und irischer/schottischer Folklore angesiedelte Hymnen. Besonders der Einsatz von Akkordeon, Mandoline und Dudelsack verleiht ihrem Punk die eigenständige Note. Die Musik geht sofort ins Bein. Die Dropkick Murphys zeigen wieder einmal, dass man für gute Stimmungsmusik nicht unbedingt abgelutschte Schunkellieder braucht. Es geht auch mit schwungvollem Punkrock. Nie hat irische Folklore so hart geklungen, ohne dabei etwas von ihrem einzigartigen Charme zu verlieren. Diese Band hat deutlich mehr zu bieten als Trinklieder und irisches Notalgie-Gefiedel. Das belegen ihren bisweilen nachdenklichen Texte. Ein Lied beispielsweise stammt aus der Feder des amerikanischen Protestsängers Woody Guthrie. Seine Tochter singt bei diesem Lied mit. Damit das nicht zu nachdenklich wird, gibt es auch weniger tiefsinnige Lieder. Dann wird jenem Malzgebräu aus Irland oder Schottland (Whisky) fleißig gefrönt. Es darf aber auch eines dieser tief dunklen obergärigen hefehaltigen Getränke sein (Irish Stout wie z.B. Guinness).

Die Real McKenzies bieten auf "Oot and aboot" die gewohnte Mischung von Punk und Dudelsack, der richtige Soundtrack für die nächste Party. Im Vergleich zu früheren Platten ist der Dudelsack zwar etwas in den Hintergrund getreten, aber er bestimmt immer noch den Sound. Das letzte Lied ist sogar eine typische Pipes and Drums Nummer. Der Rest sind typische hymnenhafte Lieder zum Mitschunkeln und Abtanzen. Die ein oder andere ruhigere Nummer hat sich auch auf die CD verirrt. Auch die obligatorischen Traditionells sind wieder mit am Start. Manchmal sind die Texte etwas nachdenklich, aber vorwiegend sind es Partylieder. Wie auch die Dropkick Murphys sind sie Anhänger jenes typisch irisch oder schottischen Malzgetränks, des Whiskys. Aber trotzdem spielen sie keine niveaulosen Sauflieder, wie manch sogenannte Stimmungskapelle hierzulande. Die Stimmung kommt hier nicht erst nach dem Genuss von Alkohol, sondern schon davor.

Zum Schluss die Frage: Wer hört sich denn so etwas freiwillig an? Der muss doch gestört sein? Nein, das glaube ich gar nicht. Ihr braucht nur ein offenes Ohr und ein Faible für lärmige Musik mit schwungvollen Melodien. Die Musik ist für Punks, Skins und Folkrocker gleichermaßen geeignet. Am besten ist natürlich, sie live zu sehen. Das die Bands aber nicht so oft in Deutschland spielen, muss eben die Konserve herhalten. In diesem Fall gilt, alle Regler voll aufgedreht, dann geht es richtig ab.

Hörporben:
  • Dropkick Murphys - Worker's song
  • Real McKenzies - Heather bells


  • Autor: mohan
    Erstellt am: 2004-02-24