 |
 |
 |
REPORTAGE: JOBS AUCH FÜR VERMEINDLICH FAULE? |
valik: 2000-09-29 |
 |
 |
 |
 |
 |
|
Druckversion
XXL-Version
Alexander hat keine Lust, sich eine Lehrstelle zu suchen: In der Hauptschule lief einiges schief, das Abgangszeugnis weist miserable Noten auf und er weiß eigentlich auch nicht so recht, wie er sich sein Berufsleben vorstellt. Da muss man früh aus den Federn, womöglich die Werkstatt auskehren und feste Regeln einhalten... ABSTELLGLEIS? KRIMINALITÄT? Es könnte auch anders gehen...
Quelle: Speyerer Tagespost
Alexander hat keine Lust, sich eine Lehrstelle zu suchen: In der
Hauptschule lief einiges schief, das Abgangszeugnis weist miserable Noten auf
und er weiß eigentlich auch nicht so recht, wie er sich sein Berufsleben
vorstellt. Da muss man früh aus den Federn, womöglich die Werkstatt auskehren
und feste Regeln einhalten-eine für ihn höchst unangenehme Vorstellung.
Außerdem rechnet der 16-Jährige gar nicht damit, dass ihn überhaupt irgend
eine Firma einstellt. Die Gefahr ist groß, dass er sich auf Dauer ins Heer der
jugendlichen Arbeitslosen einreicht. Die Initiative für Beschäftigung will
solchen Männern und Frauen eine Chance geben, trotz schlechter
Voraussetzungen einen Job zu finden.
"Jugendliche in das Berufsleben führen" lautete der Titel einer bundesweiten
Fachveranstaltung im BASF-Feierabendhaus in Ludwigshafen, an der rund 100
Experten regionaler Netzwerke der Beschäftigungsinitiative teilnahmen. Diese
Organisation, die 1998 unter anderem von BASF-Chef Dr. Jürgen Strube
gegründet wurde, kümmert um sich in 15 aktiven regionalen Netzwerken um die
Schaffung neuer Stellen. In 63 Arbeitskreisen in ganz Deutschland befassen
sich Vertreter der Wirtschaft mit rund 200 Projekten, von denen einige
gestern in Ludwigshafen vorgestellt wurden.
Dr. Hans Joachim Bremme, Projektleiter des Netzwerks Rhein-Neckar-Dreieck,
nannte mehrere Beispiele, die zum Teil auch schon in unserer Region
praktiziert werden: So ermöglichen einige Unternehmen Schulabgängern
einjährige Betrriebspraktika.In dieser Zeit können Arbeitgeber und -nehmer
gleichmaßen testen, ob sie zu einander passen. Bei 80 Prozent der
Praktikanten führt dieses Probejahr laut Bremme zu einem Ausbildungsplatz
oder einer festen Stelle. Als weiterer Schritt könnten "persönliche Mentonen"
aus dem jeweiligen Betrieb den Berufsanfängern dabei helfen, nicht vorschnell
das Handtuch zu werfen, zum Beispiel bei Konflikten mit Vorgesetzten oder der
Familie.
Sinnvoll ist Ansicht des Netzwerks auch ein direkter Kontakt mit den Schulen:
So gibt es an einer Stuttgarter Hauptschule einen "Pavillon der Wirtschaft",
in dem sich regelmäßig regionale Betriebe vorstellen und über ihre
Ausbildungsplätze informieren. In Rhein-Necker-Dreieck sollen demnächst
Azubis aus dem 2. und 3. Lehrjahr in ihren ehemaligen Schulen über ihre
Erfahrungen mit der Arbeitswelt berichten. Damit soll erreicht werden, dass
sich die Acht-und Neuntklässler früher als bisher mit dem Berufsalltag
vertraut machen und nicht erst vor den Türen des Arbeitsamts über ihre
Job-Wünsche nachdenken.
|
|
|
|
 |
|
 |
 |
 |
 |
|
 |
|
 |
 |
ARCHIVE: ARTIKEL VON VALIK |
 |
|
 |